Kennst du das Gefühl, dass du mitten in einer Krise steckst und einfach keinen Sinn darin siehst? Dass du dir wünschst, es wäre anders gelaufen – weniger schmerzhaft, weniger herausfordernd? Mir ging es oft genauso.
Ich habe viele Höhen erlebt, aber auch Tiefen, die mich an meine Grenzen gebracht haben. Trennungen, berufliche Umorientierung, gesundheitliche Herausforderungen, Verluste – Momente, in denen ich dachte: „Warum ich? Warum jetzt? Warum so?“
Doch wenn ich heute zurückblicke, erkenne ich, dass jede einzelne dieser Erfahrungen mich geformt hat. Ich bin nicht daran zerbrochen – ich bin daran gewachsen. Und das kannst du auch.
Warum wir uns oft selbst im Weg stehen
Wir Menschen neigen leider dazu, uns schon vorher auszumalen, was alles schiefgehen könnte. Wir reden uns selbst klein, bevor wir überhaupt angefangen haben, mit Sätzen wie:
- „Ich kann das sowieso nicht.“
- „Dafür bin ich nicht gut genug.“
- „Was, wenn ich scheitere?“
Doch was wäre, wenn wir uns einfach die falschen Fragen stellen?
Was, wenn alles genau so sein muss, damit wir daran wachsen können?
Was, wenn das Leben uns in solchen Momenten gerade eine neue Tür öffnet, die wir nur noch nicht sehen?
Was, wenn wir stärker sind, als wir jetzt glauben?
Ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich dachte, dass eine Tür für mich für immer zugefallen war. Ich hatte einen sicheren Job, habe mich wohlgefühlt – dann änderte sich langsam das Betriebsklima, die Umsätze stimmten nicht mehr, es kamen und gingen die Chefs, bis ich plötzlich selbst gehen musste. Damals fühlte es sich an wie ein persönliches Scheitern.
Doch heute weiß ich: Genau diese Veränderung hat mich auf einen neuen Weg geführt. Ich hatte die Chance, mich weiterzubilden, neue Fähigkeiten zu erlernen und etwas zu finden, das mich langfristig erfüllt. Damals erschien es mir wie ein Rückschlag – heute sehe ich es als einen der wichtigsten Schritte meines Lebens.
Nachfolgend möchte ich dir eine Übung an die Hand geben, damit du selbst für dich prüfen kannst, ob es so eine Situation auch schon in deinem Leben gab.
Reframing-Übung: Die Geschichte, die du dir selbst erzählst
Unsere Gedanken formen unsere Realität. Und oft ist es nicht die Situation an sich, die uns quält – sondern die Bedeutung, die wir ihr geben.
- Schritt 1: Schreib eine belastende Erfahrung auf, die dich noch beschäftigt.
- Schritt 2: Notiere, was du damals darüber gedacht hast (z. B. „Ich habe versagt.“).
- Schritt 3: Finde eine neue Perspektive darauf. Was hat dir diese Erfahrung vielleicht gegeben? (z. B. „Ich habe viel gelernt und bin daran gewachsen.“).
Beispiel:
Alte Sichtweise: „Ich habe meinen Job verloren – ich bin gescheitert.“
Neue Sichtweise: „Dieser Job hat mich nicht glücklich gemacht. Jetzt habe ich die Chance, etwas zu finden, das wirklich zu mir passt.“
Diese Übung verändert vielleicht nicht sofort alles, aber sie kann dir helfen, alte Wunden in ein neues Licht zu rücken.
Deine Reise geht weiter
Selbsterkenntnis bedeutet nicht, dass wir irgendwann „ankommen“ – sie bedeutet, dass wir uns immer wieder neu entdecken dürfen. Dass wir erkennen, wie weit wir schon gekommen sind. Dass wir lernen, uns selbst mit mehr Mitgefühl zu begegnen.
Was war eine Erfahrung in deinem Leben, die sich im Nachhinein als wertvoll herausgestellt hat? Teile sie gerne in den Kommentaren – ich freue mich auf den Austausch mit dir!

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