Kennst du das? Du liegst im Bett, die Gedanken kreisen, dein Körper ist erschöpft, aber dein Kopf hat sich anscheinend für eine Nachtschicht entschieden. Du wälzt dich hin und her, schaust auf die Uhr und rechnest aus, wie viele Stunden dir noch bleiben, bis der Wecker klingelt. Eventuell resignierst du auch irgendwann und stehst auf, weil es sowieso keinen Sinn mehr hat.
Ich kenne diese Gefühle nur zu gut. Während meiner Burnout-Phase war Schlaf für mich etwas, das sich schwierig gestaltete. Bis kurz davor dachte ich überhaupt nicht darüber nach. Einfach ins Bett legen und der Rest funktionierte schon irgendwie. Aber so einfach ging es plötzlich nicht mehr.
Anfangs habe ich es nicht einmal bemerkt. Mein Schlaf wurde immer kürzer, die Nächte unruhiger, ich wachte oft auf und konnte nicht mehr einschlafen, weil mir plötzlich noch etwas einfiel, was ich am Tag davor vergessen hatte. Ich redete es mir schön: „Ist halt eine stressige Phase, wird schon wieder.“ Doch morgens fühlte ich mich völlig erschöpft, gereizt, antriebslos. Es ging sogar so weit, dass ich nachts aufstand, um vom Home Office aus, noch etwas zu erledigen (eine Mail zu schreiben, eine Liste zu bearbeiten etc.). Nicht, dass es nicht auch hätte warten können bis zum nächsten Tag…
Was mir damals nicht bewusst war: Mein Körper war längst im Alarmmodus. Ich hatte mir über Jahre hinweg antrainiert, immer funktionieren zu müssen – doch das hatte seinen Preis. Das ich die Dinge gleich erledigen wollte, manchmal auch eben mitten in der Nacht, lag daran, dass ich sie mir einfach nicht mehr merken konnte. Mein Gehirn hatte einen Overload.
Ich weiß, dass es vielen so geht. Schlafprobleme sind keine Seltenheit. Gerade in unserer hektischen Welt, in der wir permanent Informationen verarbeiten, Erreichbarkeit erwartet wird und das Smartphone oft unser letzter Blick vor dem Schlafengehen ist.
Doch warum ist das so? Und wie kommen wir da wieder raus?
Warum können wir nicht mehr schlafen?
Unser Körper ist ein Wunderwerk der Natur, aber er hat ein Problem: Er ist nicht dafür gemacht, ständig auf Hochleistung zu laufen. Das Stresshormon Cortisol, das uns eigentlich in Gefahrensituationen schützen soll, wird heutzutage durch Dauerstress, Sorgen und ständige Reizüberflutung viel zu oft ausgeschüttet. Unser Gehirn bleibt im Alarmmodus, selbst wenn wir längst im Bett liegen, denn es kann nicht unterscheiden zwischen echten Gefahren und unserem alltäglichen Stress.
Und dann kommt noch etwas hinzu: Social Media, Nachrichten, Mails. Ich habe früher oft bis kurz vor dem Schlafengehen durchs Internet gescrollt, Nachrichten gelesen. Und was bleibt hängen? Kriege, Krisen, Katastrophen. Kein Wunder, dass mein Kopf nachts auf Hochtouren lief.
Was passiert, wenn wir dauerhaft schlecht schlafen?
Ich habe lange unterschätzt, was Schlafmangel mit mir gemacht hat. Hier ein paar Dinge, die ich an mir selbst erlebt habe:
- Emotionale Achterbahnfahrt: Ich war reizbar, dünnhäutig und schnell überfordert. Dinge, die mich früher nicht gestört hätten, brachten mich plötzlich aus der Fassung.
- Konzentrationsprobleme: Ich hatte Schwierigkeiten, mich auf eine Aufgabe zu fokussieren, mir Dinge zu merken. Alles fühlte sich mühsam an.
- Körperliche Beschwerden: Mein Immunsystem schwächelte, ich fühlte mich insgesamt krank und hatte zusätzlich Bluthochdruck entwickelt.
- Negative Gedanken verstärkten sich: Durch den Schlafmangel wurden meine Sorgen nur noch größer. Alles wirkte düsterer, aussichtsloser – ein Risiko für Depressionen und Angststörungen.
Schlafhygiene – ein Begriff den ich lange ignoriert habe
Ich habe irgendwann gelernt, dass guter Schlaf nicht einfach passiert – man kann ihn aktiv beeinflussen. Und das beginnt nicht erst im Bett, sondern viel früher.
Hier ein paar Dinge, die mir geholfen haben:
- Abendrituale statt Bildschirmzeit: Ich versuche, mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen mein Handy beiseitezulegen. Stattdessen lese ich ein Buch, höre ruhige Musik oder mache eine kleine Meditation.
- Sorgen aufschreiben: Ich habe mir ein kleines Notizbuch zugelegt. Bevor ich ins Bett gehe, schreibe ich auf, was mir im Kopf herumschwirrt. Das klingt simpel, hilft aber ungemein.
- Mein Körper bestimmt den Rhythmus, nicht die Uhr: Ich habe aufgehört, panisch auf die Uhr zu schauen, wenn ich nicht schlafen kann. Das erzeugt nur noch mehr Stress. Stattdessen stehe ich kurz auf, trinke einen Schluck Wasser oder mache eine Atemübung – und meistens werde ich dann ganz von allein müde.
Es sind hier bewusst nur Dinge genannt, die mir persönlich geholfen haben. Jeder Mensch ist anders und sollte für sich herausfinden, was am besten für ihn ist. Eine kleine Anmerkung möchte ich aber dennoch loswerden: Schlaftabletten sind keine Lösung, sie helfen kurzfristig, bekämpfen aber nicht die Ursachen. Sprich: Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker ;-)
Schlaf ist kein Luxus – er ist essenziell
Früher habe ich Schlaf als etwas Nebensächliches betrachtet. Heute weiß ich, dass guter Schlaf so ziemlich alles beeinflusst: unsere Stimmung, unsere Leistungsfähigkeit, unsere körperliche Gesundheit.
Fazit: Schlaf ist ein Spiegel unseres inneren Zustands.
Rückblickend weiß ich , dass meine Schlafprobleme nicht einfach nur „schlechte Nächte“ waren. Sie waren ein Symptom dafür, dass mein Körper und Geist überfordert waren.
Vielleicht erkennst du dich in meiner Geschichte wieder. Vielleicht bist du auch jemand, der sich nachts viele Gedanken macht und keinen Weg findet, zur Ruhe zu kommen.
Falls ja, dann möchte ich dir sagen: Du bist nicht allein. Und vor allem: Es gibt Wege, die dir helfen können. Sei liebevoll mit dir selbst, setz dich nicht unter Druck – und vielleicht fängst du heute Abend schon damit an, dein eigenes kleines Ritual zu schaffen, dass dich zur Ruhe bringt.
Oder du probierst heute Abend einfach mal, dein Handy früher wegzulegen, ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen und deinem Körper zu erlauben, das zu tun, was er am besten kann: sich zu regenerieren.
Schlaf gut!
Schreib mir gern in die Kommentare: Kennst du Schlafprobleme? Und was hilft dir, besser zu schlafen?
Herzlichst, Jana

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