Kennst du das Gefühl, morgens aufzuwachen und schon beim ersten Augenaufschlag das Gefühl zu haben, man ist zu spät dran – obwohl der Tag gerade erst begonnen hat?
Willkommen im Alltag vieler Mütter. Zwischen Brotdose packen, Arzttermine für die Familie vereinbaren und der ewigen Kinder-Frage „Wo ist eigentlich meine ……..?!“ jonglieren wir durch den Tag wie ein Zirkusprofi – nur eben ohne Vorstellungspausen und selten Applaus.
Mama – der heimliche Familien-CEO
Es fängt harmlos an: Das Kind hat Wandertag. Also Brotdose mit „bitte-nicht-wieder-dasselbe-wie-sonst-Mama“ befüllen, Ersatzshirt einpacken, Sonnencreme suchen (warum liegt die eigentlich nie da, wo man sie vermutet?) – und dabei schon mal mental durchgehen, was heute noch alles ansteht:
- Waschmaschine entkalken, bevor die nächsten Wäscheberge gewaschen werden müssen
- Essen planen, einkaufen, kochen
- Hausaufgaben kontrollieren („Ja Maus, 700 mal 7 ist tatsächlich 4.900 – und nein, ich schummel nicht bei den Ergebnissen“)
- Geburtstagsgeschenk für die beste Freundin deiner Tochter besorgen (nichts kindisches Mama, sie wird ja schließlich schon 10)
- An den Elternabend denken, Kind beim Sport abmelden für die kommende Woche (wegen Geburtstag), Spieldate vereinbaren mit dem Kind der Nachbarin
- Und ganz wichtig: den Paketboten abpassen, der genau in dem 2-Stunden-Zeitfenster kommt, in dem du eigentlich einkaufen wolltest
Ach ja – du hast ja auch noch einen Job. Mit echten Deadlines, Kunden und Kolleginnen und dem Anspruch, dabei halbwegs präsentabel auszusehen. Und dazwischen versuchst du irgendwie, dem Staub unter der Couch nicht die Oberhand zu lassen. Spoiler: Der Staub gewinnt (jedenfalls bei uns).
Klingt anstrengend? Ist es auch. Und obwohl wir wissen, dass wir keine Maschinen sind, verhalten wir uns oft so. Weil wir es so gelernt haben, weil wir nicht enttäuschen wollen, weil wir funktionieren.
Und dann auch noch: Zeit für dich selbst?!
Irgendwo in all dem Chaos blitzt immer mal wieder ein kleiner Wunsch auf: Ich will einfach nur mal duschen, ohne dass jemand was von mir will. Oder noch revolutionärer: Sport machen! Nur für mich!
Nur: Wann bitte soll das passieren? Zwischen Kita-Abholung, Konferenz-Call, Zahnarzttermin und Wäsche zusammenlegen? Kein Wunder, dass so mancher Heißhunger-Anfall auf Schokolade weniger mit Genuss als mit Überlebensstrategie zu tun hat.
Und während auf Social Media alle perfekt gestylt in hübschen Küchen Smoothie Bowls posten, kämpfst du mit dem Gedanken: Wie schaffen die das – und wo ist meine andere Socke hin?
Ernsthaft: Diese Leistung verdient mehr Anerkennung
Es wird immer noch unterschätzt, was Mütter (und ja, auch viele Väter!) täglich leisten. Es ist nicht nur „ein bisschen Kind und ein bisschen Haushalt“. Es ist Projektmanagement, Personalführung, emotionale Ersthilfe, Logistik, Krisenintervention und manchmal sogar medizinische Beratung – alles in einer Person, ohne extra Gehalt und meistens ohne Pause.
Und weil es gesellschaftlich noch immer oft als „selbstverständlich“ gilt, was du da tust, setzt du dich manchmal auch noch selbst unter Druck: Weil du denkst, du müsstest trotz allem wieder in die alte Form zurück. Schlank, gut gelaunt, top gestylt. Dabei ist der einzige Sixpack, der dich interessiert, der mit Eiskaffee im Kühlschrank.
Was wir brauchen? Mehr Verständnis – auch für uns selbst
Du darfst auch mal nein sagen:
- Nein, du musst nicht auf jede WhatsApp-Geburtstagsgruppe antworten.
- Nein, du musst nicht schon wieder einen Kuchen fürs Klassenfest backen.
- Nein, du bist keine schlechte Mutter, wenn du heute Nudeln mit Pesto machst (zum dritten Mal diese Woche).
- Und nein, du bist nicht egoistisch, wenn du dir mal zwei Stunden nur für dich nimmst. Im Gegenteil: Eine erholte Mutter ist eine bessere Mutter.
Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die Welt geht nicht unter, wenn dein Kind mal eine Banane statt einer perfekt dekorierten Brotdose mit in die Schule bekommt. Oder wenn das Geschenk für den Kindergeburtstag in letzter Minute eingekauft wurde. Wir denken oft, wir müssten alles richtig machen – dabei reicht oft gut genug.
Und manchmal ist es sogar hilfreich, sich bewusst zu machen: Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen präsente, liebevolle, authentische Eltern. Und die dürfen auch mal müde, genervt oder erschöpft sein.
Me-Time ist keine Luxusware – sie ist notwendig
Wenn du dich regelmäßig selbst übergehst, brennt irgendwann die Sicherung durch. Und dann hilft kein Espresso der Welt. Deshalb: Nimm dir Raum für dich. Ob ein Spaziergang, ein Friseurtermin, eine Stunde Netflix mit Snacks oder einfach mal 10 Minuten Badewanne mit geschlossener Tür – dein Akku braucht das.
Du musst nicht alles alleine stemmen. Du musst nicht alles gleichzeitig tun. Und du musst auch nicht jedem gefallen. Was du musst, ist: gut für dich sorgen. Denn wenn es dir gut geht, profitiert auch der Rest der Familie.
Perfekt muss niemand sein. Es ist okay, mal keine Lust zu haben, es ist okay, mal „nein“ zu sagen. Und es ist verdammt noch mal heldenhaft, sich abends aufs Sofa zu setzen und zu sagen: Heute hab ich viel geschafft – auch wenn’s niemand auf Instagram gesehen hat.
Denn du bist keine Maschine. Du bist ein Mensch mit Bedürfnissen, mit Träumen, mit der Sehnsucht nach einem Moment Ruhe – und vielleicht auch nach der verlorenen Socke.
Also, liebe Mama (oder Papa), wenn du das nächste Mal denkst: Ich schaffe das alles nicht – erinnere dich daran, was du tagtäglich wuppst. Vielleicht nicht immer mit einem Lächeln, aber mit verdammt viel Herz, Verstand und einem riesigen Maß an Liebe.
Und falls du beim Lesen kurz weinen musstest (oder lachen – oder beides gleichzeitig): Willkommen im Club.
Fazit:
Mama zu sein ist der härteste und gleichzeitig schönste Job der Welt – und niemand hat gesagt, dass du ihn wie ein Roboter erledigen musst. Sei freundlich mit dir. Nimm dir Pausen. Lach über den Wahnsinn. Und wenn mal was schiefläuft: auch okay. Du machst das großartig – auch mit nur zwei Armen.
Herzlichst,
eine Mama, die weiß, wie’s ist.

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