Die fiese innere Stimme – und warum wir ihr nicht alles glauben sollten

Kennst du das auch? Du schaust in den Spiegel und denkst: „Na toll, die Haare machen heute wieder, was sie wollen.“ Oder du siehst eine Kollegin, die scheinbar alles perfekt im Griff hat, und deine innere Stimme zischt: „Guck mal, die kriegt das alles hin – und du? Hängst schon wieder hinterher.“

Ganz ehrlich: Meine innere Stimme ist manchmal wie so ein miesepetriger Mitbewohner, den ich nie eingeladen habe – aber der ständig Kommentare abgibt. 

Das Gemeine daran: Diese Stimme ist oft gar nicht „neutral“, sondern gefärbt von alten Glaubenssätzen, die wir im Laufe unseres Lebens verinnerlicht haben. Von Sätzen wie: „Sei nicht so laut.“ oder „Streng dich mehr an.“ Oder mein persönlicher Favorit: „Andere können das viel besser als du.“ – Na danke auch!

Und klar, eigentlich weiß ich: Ich sollte mich nur mit mir selbst vergleichen. Aber Hand aufs Herz – wer tut das schon immer? Ich erwische mich schon ab und zu dabei, dass ich denke: „Wow, die Kollegin macht dreimal die Woche Sport, kocht frisch und sieht auch noch aus, als wäre sie gerade aus einem Lifestyle-Magazin entsprungen.“ Während ich da sitze und überlege, ob Nudeln mit Sahnesoße nicht auch irgendwie als „gesund“ durchgehen. 

Das Problem an dieser Dauerkritik im Kopf: Sie zieht uns runter, statt uns zu motivieren. Wir glauben irgendwann, dass wir tatsächlich nicht gut genug sind. Dabei übersieht diese Stimme ziemlich gern all das, was wir tatsächlich richtig gut hinbekommen.

Mein Tipp daher: Stell dir deine innere Stimme mal wie eine quengelnde Nachbarin vor, die immer was zu meckern hat. Du kannst zuhören – musst es aber nicht ernst nehmen. Und manchmal darf man ihr auch humorvoll kontern: „Ach ja? Und wer hat heute schon wieder den Alltag jongliert wie ein Zirkusartist?“ oder „Danke für deine Meinung, liebe innere Stimme – aber diesmal halte ich mich lieber an die Fakten.“

Denn mal ehrlich: Wenn wir uns von dieser kleinen Mecker-Stimme nicht ständig runterziehen lassen, merken wir, dass wir eigentlich viel mehr draufhaben, als wir denken. Zum Glück ist deine innere Stimme nicht die Wahrheit und du darfst selbst entscheiden, ob du ihr zuhörst oder nicht.

Hier ein paar Ideen, wie du deinem inneren Kritiker begegnen kannst:

  • Mach die Stimme lächerlich: Stell dir vor, deine innere Kritikerin klingt wie Donald Duck. Plötzlich verliert sie ihren Schrecken.
  • Check den Wahrheitsgehalt: Wenn sie dir eintrichtert „Das schaffst du sowieso nicht.“, frag dich: „Stimmt das wirklich? Oder ist das nur ein alter Glaubenssatz.
  • Rede mit dir wie mit einer guten Freundin: Würdest du deiner besten Freundin sagen „Na, das war ja mal wieder nix.“ Eher nicht. Also warum zu dir selbst?
  • Pflanze neue Glaubenssätze: Statt „Ich bin nie gut genug.“ kannst du üben zu denken „Ich wachse mit jeder Erfahrung.“ Klingt am Anfang ungewohnt, wirkt aber.

Mein Fazit: Deine innere Stimme ist kein Orakel, sie ist auch nicht immer deine Verbündete. Manchmal ist sie schlicht eine alte Schallplatte mit Sprung und Kratzern, die du gern entsorgen darfst.

Also: Beim nächsten Mal, wenn die innere Stimme wieder loslegt, einfach tief durchatmen, schmunzeln – und sich selbst ein Kompliment machen. Das wirkt Wunder. 

Herzlichst,

Jana

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